Ratgeber
Was du in den Bike Park mitnehmen solltest: komplette Ausrüstungs-Checkliste

Kurze Antwort: Für den Bike Park brauchst du mindestens einen Fullface-Helm, Brille oder Goggle, Handschuhe, Knie- und Ellbogenschoner, ein gewartetes Bike mit Federung und zwei einwandfrei funktionierenden Bremsen, ein Basis-Reparaturset (Multitool, Pumpe oder CO₂, Schlauch, Quick Link) und Wechselkleidung. Die Extras, die den Unterschied machen, sind Rücken- oder Brustprotektor, Trinkrucksack, Ersatz-Bremsbeläge und eine Unfallversicherung. Und bevor du losfährst: Check die Regeln des jeweiligen Parks, denn was Pflicht ist, unterscheidet sich von Ort zu Ort.
Die Tasche für deinen ersten Bike-Park-Tag (oder den zehnten) richtig zu packen, entscheidet darüber, ob du einen Tag voller Abfahrten erlebst oder im Dorf nach einer Schraube suchst. Dieser praktische Guide von BikePark Holidays zeigt dir, was du in den Bike Park mitnehmen solltest, warum jedes Teil wichtig ist und was du direkt im Park leihen kannst, um nicht zu viel zu schleppen.
Schnell-Checkliste (zum Ausdrucken)
| Kategorie | Unverzichtbar | Empfohlen |
|---|---|---|
| Kopf und Gesicht | Fullface-Helm, Brille oder Goggle | Ersatzhelm oder Ersatzbrille (klare Gläser) |
| Körper | Handschuhe, Knieschoner, Ellbogenschoner | Rücken-/Brustprotektor, kurze Hose mit Hüftprotektor, Nackenschutz (Neck Brace) |
| Bike | Funktionierende Vorder- und Hinterradbremse, Reifen mit Profil, eingestellte Federung | Ersatz-Bremsbeläge, Federungsöl/Reiniger |
| Reparatur | Multitool, Pumpe oder CO₂, Schlauch, Reifenheber, Quick Link | Ersatz-Schaltauge, Kabelbinder, Panzertape |
| Kleidung | Funktionsshirt, robuste Hose, lange Socken, Schuhe mit guter Sohle | Trockenes Wechselshirt und Socken, leichte Regenjacke |
| Persönliches | Wasser, Handy mit der Notrufnummer des Parks | Trinkrucksack, kleines Erste-Hilfe-Set, Sonnencreme, Snack |
| Dokumente | Ticket/Bike Pass, Personalausweis, Versicherung mit Downhill-Deckung | Europäische Krankenversicherungskarte, Notfallkontakt |
Protektoren: nicht verhandelbar
Bei den Protektoren solltest du weder sparen noch improvisieren. Im Bike Park fährst du schneller, springst mehr und stürzt mit mehr Wucht als auf einer Mountainbike-Tour.
Fullface-Helm: warum, und auf welche Zertifizierung du achten solltest
Viele Parks schreiben einen Fullface-Helm vor oder empfehlen ihn mit Nachdruck. Der Bike Park Mottolino zum Beispiel macht ihn zur Pflicht, weil er bei einem Sturz am besten schützt, und The Gap verlangt zusätzlich, dass er in gutem Zustand ist und richtig sitzt.
Zu den Prüfnormen:
- EN 1078 ist der allgemeine europäische Standard für Fahrradhelme (Straße, XC, Trail). Er ist das gesetzliche Minimum für den Verkauf in Europa, ist aber nicht für Aufpralle bei hohen Downhill-Geschwindigkeiten ausgelegt.
- ASTM F1952 ist die US-Norm speziell für Downhill-Helme. Der Helm muss härtere Aufpralltests bestehen und deckt mehr Bereiche des Kopfes ab.
Praxistipp: Für den Bike Park such dir einen Fullface-Helm, der im Datenblatt ASTM F1952 angibt. Die Normen werden regelmäßig überarbeitet, also prüf auf der Website des Herstellers, welche Version dein Modell erfüllt.
Mehr Details in der Norm ASTM F1952.
Brille oder Goggle
Erde, kleine Steinchen und Staub, die das Vorderrad aufwirbelt, fliegen dir mit Tempo in die Augen. Eine Goggle, die dein Sichtfeld gut abschließt (oder eine Vollschutzbrille), erspart dir Schreckmomente. Nimm klare Gläser mit, wenn es durch Wald oder Schatten geht, und getönte, wenn die Strecke offen liegt.
Knie- und Ellbogenschoner
Die Knie sind bei einem Sturz meist die erste Aufprallstelle, und manche Parks schreiben Knieschoner zusätzlich zum Helm vor. Die Regeln von IrriSarri Land (Navarra) zum Beispiel verlangen sie und empfehlen Ellbogenschoner, Brustprotektor und Brille.
- Knieschoner: Wähl ein Modell, das beim Pedalieren an Ort und Stelle bleibt und dich beim Beugen nicht einschränkt. Die aus weichem Schaum sind bequem für den täglichen Einsatz, die harten für technische Strecken und große Sprünge.
- Ellbogenschoner: Am besten leicht und gut belüftet, denn du trägst sie den ganzen Tag.
Handschuhe
Sie schützen deine Hände bei Stürzen und vor Blasen nach vielen Abfahrten. Nimm zwei Paar mit: eins als Ersatz, weil der Grip mit Schweiß oder Regen nachlässt.
Rücken- oder Brustprotektor
Auf leichten Strecken optional, auf roten/schwarzen Strecken, Jump Lines und in Bike Parks mit Felsen sehr empfehlenswert. Es gibt Modelle als Weste oder im Shirt integriert.
Wenn dein Reiseziel schon feststeht: In unseren häufig gestellten Fragen erklären wir, welche Ausrüstung Pflicht und welche empfohlen ist.
Das Bike: was du checken solltest, bevor du in den Sessellift steigst
Ein klassisches Mountainbike oder ein XC-Bike ist für viele Bike-Park-Strecken nicht geeignet. Ideal ist ein Bike mit Federung (Enduro, aggressives All-Mountain, Freeride oder Downhill) mit viel Federweg, etwa 160–200 mm, und hochwertigen hydraulischen Scheibenbremsen.
10-Punkte-Check (vor jedem Tag)
- Bremsen: zwei funktionierende Bremsen (Pflicht) und Beläge mit genug Material.
- Reifen: Profil in gutem Zustand und Luftdruck passend zu deinem Gewicht und zum Gelände.
- Felgen und Speichen: keine Dellen, keine lockeren Speichen.
- Lenker und Vorbau: mit dem vom Hersteller angegebenen Drehmoment angezogen.
- Sattel und Vario-Sattelstütze: fest, ohne Spiel, mit funktionierendem Hebel.
- Federung: Luftdruck und Negativfederweg (Sag) auf dein Gewicht eingestellt.
- Achsen und Naben: fest angezogen, ohne Spiel.
- Kette und Schaltung: geschmiert, ohne Springen; Schaltauge gerade.
- Rahmen: keine Risse oder verdächtigen Dellen.
- Laufradbefestigung: richtig montiert.
Wenn du dich mit der Federung nicht auskennst, bitte das Personal des Parks oder den Shop im Bike Park, den Sag auf dein Gewicht einzustellen und dir Druck- und Zugstufe zu erklären, bevor du die erste Abfahrt machst.
Werkzeug und Ersatzteile: das Kit für jeden Tag
Parks mit Lift haben meist eine Werkstatt oder einen Mechaniker in der Nähe der Talstation, aber ein Platten mitten auf der Strecke wartet nicht. Das ist das Mindest-Kit, das in eine Hosentasche oder in den Rucksack passt:
- Multitool speziell fürs Bike (mit Inbus, Torx und Kettennieter).
- Handpumpe oder CO₂-Kartusche.
- Ersatzschlauch (auch wenn du tubeless fährst, ist er die Versicherung für den schlechten Tag) und Flickzeug oder Tubeless-Salami.
- Reifenheber.
- Quick Link (Kettenschloss) und ein paar Kettenglieder.
- Kabelbinder und Panzertape: Damit reparierst du mehr, als du denkst.
Für einen Aufenthalt über mehrere Tage
- Ersatz-Bremsbeläge: Im Bike Park verschleißen sie viel schneller als auf Touren.
- Schaltauge (Derailleur Hanger) speziell für dein Bike: ein günstiges Teil, schwer zu bekommen und das, was sich am häufigsten verbiegt.
- Schalt- oder Bremszug, Kettenöl und ein Lappen.
- Bremsflüssigkeit oder Entlüftungskit, wenn du damit umgehen kannst.
Reist du mit deinem eigenen Bike? Die bike-friendly Unterkünfte von BikePark Holidays haben einen abschließbaren oder videoüberwachten Bike Room, einen Waschplatz und Basis-Support für Reparaturen (die Details zu jeder Unterkunft findest du in den FAQ).
Kleidung, Schuhe und Rucksack
Kleidung im Zwiebelprinzip
- Atmungsaktives Funktionsshirt, besser langärmlig, wenn du öfter stürzt oder es Gestrüpp gibt.
- Robuste Hose (oder Radhose mit Polster, wenn du eine kurze Hose mit Protektoren trägst).
- Lange Socken, damit die Knieschoner nicht scheuern.
- Leichte Regenjacke, die wenig Platz braucht: In den Bergen ändert sich das Wetter schnell.
Schuhe
Schuhe mit griffiger Gummisohle (Flat Pedals) sind im Bike Park Standard. Mit der festen, klebrigen Sohle bleibt der Fuß auch auf ruppigen Abschnitten an seinem Platz.
Wechselkleidung
Ein trockenes Shirt und Socken für nach dem Fahren verhindern, dass du nach der Session durchnässt und ausgekühlt dastehst. Klingt nach einem Detail, macht an langen Tagen aber einen großen Unterschied.
Rucksack
Ein kleiner Trinkrucksack (2–6 Liter) für Wasser, Werkzeug, Snack und ein kleines Erste-Hilfe-Set. Auf sehr ruppigen Strecken nehmen manche Rider lieber eine leichte Hüfttasche, um den Rücken nicht zu belasten.
Dokumente, Versicherung und Logistik
- Ticket oder Bike Pass (wenn du ihn online kaufst, hab den Code auf dem Handy).
- Personalausweis oder Reisepass und, wenn du aus der EU kommst, die Europäische Krankenversicherungskarte.
- Unfallversicherung, die Downhill/Bike Park abdeckt. Manche Parks schreiben sie vor. Prüf, ob deine Verbands- oder Reiseversicherung diese Aktivität einschließt: Viele Policen schließen sie aus.
- Geladenes Handy mit der eingespeicherten Notrufnummer des Parks. Bei einem Unfall ist das der Kontakt, den du zuerst anrufen solltest.
- Kleines Erste-Hilfe-Set: Pflaster, Mullkompressen, Kochsalzlösung, Tape, Desinfektionsmittel, Rettungsdecke.
- Tagesplan: Schau dir die Streckenkarte und den Schwierigkeitsgrad jeder Strecke an (grün, blau, rot, schwarz) und fang zum Aufwärmen mit den leichtesten an.
Was du leihen und was du selbst mitbringen solltest
Nicht alles muss in die Tasche. Viele Bike Parks verleihen oder verkaufen Fullface-Helme, Goggles, Knie- und Ellbogenschoner, Handschuhe und Protektorenwesten, und manche schließen einen Teil der Ausrüstung im Preis des Bike Pass ein; außerdem verleihen sie Downhill-Bikes. Prüf Verfügbarkeit und Größen vor deiner Anreise.
| Teil | Selbst mitbringen? | Leihen? |
|---|---|---|
| Fullface-Helm | Ja, ideal (Passform und Hygiene) | Möglich, aber prüf Zustand und Größe |
| Handschuhe | Ja | Im Park kaufen, wenn du sie vergisst |
| Knie-/Ellbogenschoner | Ja, wenn du oft fährst | Ja, praktische Option beim ersten Besuch |
| Rückenprotektor | Je nach Nutzung | Üblich im Verleih |
| Downhill-Bike | Wenn du ein passendes hast | Ja, wenn du fliegst oder kein Bike mit viel Federweg hast |
| Werkzeugset | Ja, immer | — |
Wo du diese Checkliste einsetzen kannst: drei Bike Parks mit Unterkunft und Bike Pass
- Vallnord Pal-Arinsal (Andorra): In den Technikkursen sind Fullface-Helm und Protektoren Pflicht, also bring die komplette Ausrüstung mit oder bestätige den Verleih vor deiner Ankunft. Vallnord ansehen und buchen.
- Grandvalira (Andorra): gleiche Bedingungen in den Kursen (Fullface-Helm und Protektoren Pflicht). Ideal zum Kombinieren mit dem E-Bike. Grandvalira ansehen.
- Manzaneda (Ourense): Protektoren sind sehr empfehlenswert und manchmal Pflicht: Fullface-Helm, Knieschoner, Handschuhe und Rücken- oder Brustprotektor. Die Unterkunft liegt direkt am Bike Park. Manzaneda ansehen.
Bei BikePark Holidays kannst du deiner Buchung Extras wie Bike-Verleih, Protektoren und Versicherung hinzufügen und in bike-friendly Unterkünften mit abschließbarem Bike Room übernachten. Die Details zu jedem Angebot findest du unter Angebote.
Typische Fehler beim Packen
- Mit einem offenen Trail-Helm in einen Park fahren, der Fullface vorschreibt.
- Den Bremsen-Check vergessen und bei der ersten Abfahrt merken, dass die Beläge am Limit sind.
- Die Versicherung nicht prüfen: Ein Sturz im Bike Park kann mit einer riesigen Rechnung enden, wenn deine Police die Aktivität ausschließt.
- Keine Wechselkleidung dabeihaben und im Sessellift frieren.
- Zu viel Gewicht in den Rucksack packen. Besser nur das Nötigste, der Rest bleibt im Auto.
- Die Parkregeln nicht lesen. Jeder Ort hat seine eigenen Regeln: Protektorenpflicht, Mindestalter, Öffnungszeiten, Schließungen wegen Wetter.
Häufig gestellte Fragen
Was ist im Bike Park Pflicht?
Das hängt vom Park ab, üblich sind aber ein Helm (oft Fullface) und ein Bike mit funktionierenden Bremsen. Manche schreiben zusätzlich Knieschoner vor, und fast alle empfehlen Handschuhe, Brille, Ellbogenschoner und Rückenprotektor. Lies vor deinem Besuch die Regeln des Parks.
Brauche ich im Bike Park einen Fullface-Helm?
In den meisten Parks ist er sehr empfehlenswert und in vielen Pflicht. Er schützt Kinn und Gesicht, die ein offener Helm ungeschützt lässt. Für den Bike Park such dir einen mit Downhill-Zertifizierung (ASTM F1952) zusätzlich zur EN 1078.
Kann ich mit einem normalen Mountainbike in den Bike Park?
Mit einem XC-Bike oder Hardtail ist davon abzuraten, weil es nicht für Sprünge, Anlieger und ruppiges Gelände gemacht ist. Empfehlenswert ist ein Fully mit viel Federweg und hydraulischen Scheibenbremsen, oder du leihst dir eins direkt im Park.
Welches Werkzeug sollte ich in den Bike Park mitnehmen?
Ein Multitool, Pumpe oder CO₂, Ersatzschlauch, Reifenheber, Quick Link und Kabelbinder. Wenn du mehrere Tage bleibst, pack noch Bremsbeläge und ein Schaltauge für dein Modell ein.
Welche Kleidung sollte ich in den Bike Park mitnehmen?
Funktionsshirt, robuste Hose, lange Socken, Schuhe mit guter Sohle, Handschuhe und eine leichte Regenjacke. Nimm trockene Wechselkleidung für nach dem Fahren mit.
Brauche ich eine Versicherung für den Bike Park?
Manche Parks verlangen sie, und auch wenn nicht, ist sie sehr ratsam. Prüf, ob deine Police (Verbands-, Reise- oder Unfallversicherung) ausdrücklich Downhill oder Bike Park abdeckt.
Was kann ich im Bike Park leihen?
Meist Downhill-Bikes, Fullface-Helme, Goggles, Protektoren und Protektorenwesten. Reservier in der Hochsaison rechtzeitig und bestätige die Größen.
Fazit
Die richtige Packliste für den Bike Park lässt sich auf drei Punkte reduzieren: komplette Schutzausrüstung, gewartetes Bike und Reparaturset. Wenn du überlegst, ob du etwas mitnehmen sollst oder nicht, denk daran, was es kostet, es zu vergessen: Ein Paar Ersatzhandschuhe wiegt wenig; ein Sturz ohne Knieschoner oder ein verlorener Tag wegen eines verbogenen Schaltauges wiegen viel mehr.
Druck die Tabelle oben aus, hak ab, was du schon hast, und ergänze, was fehlt. Und wenn du deinen ersten Besuch planst, fang mit den grünen und blauen Strecken an, steigere dein Level in Ruhe und genieß den Park.
Bereit für deinen nächsten Trip? Buch Unterkunft + Bike Pass in Vallnord, Grandvalira oder Manzaneda, entdecke alle Parks auf der Karte oder mach den Rider-Test, um herauszufinden, welches Ziel zu deinem Level passt.
Verwendete Quellen: Regeln und Empfehlungen der Bike Parks Mottolino, The Gap und IrriSarri Land; Ausrüstungs-Guides von Howler Bike Park und evo; Helmstandards ASTM F1952.


